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HCG-Werte in der Schwangerschaft: Tabelle nach SSW

HCG ist das wichtigste Schwangerschaftshormon. Wir erklären den HCG-Wert, zeigen die HCG-Tabelle nach SSW und was niedrige oder hohe Werte bedeuten.

Das Mama Ai Team

Aktualisiert 1. Juli 2026 8 Min. Lesezeit
HCG-Werte in der Schwangerschaft: Tabelle nach SSW

Wenn Sie gerade das Ergebnis Ihrer Blutuntersuchung auf HCG (humanes Choriongonadotropin) in der Hand halten und wissen möchten, ob alles in Ordnung ist, sind Sie nicht allein. Der HCG-Wert ist einer der ersten Marker, an dem sich der Eintritt und der Verlauf einer frühen Schwangerschaft ablesen lassen. Lassen Sie uns in Ruhe klären, was HCG ist, wie die normalen HCG-Werte nach Schwangerschaftswoche aussehen, wie schnell der Wert steigen sollte und was niedrige oder hohe Werte bedeuten können.

Das Wichtigste vorweg: Ein einzelner HCG-Wert allein sagt fast nichts aus. Ärztinnen und Ärzte achten immer auf die Dynamik – wie sich der Wert über einige Tage verändert – und auf den Ultraschall. Ziehen Sie also keine voreiligen Schlüsse aus einer einzelnen Zahl auf dem Laborbogen.

Was ist HCG und warum steigt es in der Schwangerschaft?

Zur häufigsten Frage „Was ist HCG überhaupt?“: Es ist ein Hormon, das der Trophoblast bildet – das Gewebe des Embryos, aus dem sich später die Plazenta entwickelt. Es wird kurz nach der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand gebildet und gelangt zuerst ins Blut und danach in den Urin.

Seine Aufgabe: HCG erhält den Gelbkörper im Eierstock, der Progesteron produziert und die Schwangerschaft in den ersten Wochen „aufrechterhält“, bis die Plazenta diese Rolle übernimmt. Gerade weil dieses Hormon praktisch nur in der Schwangerschaft auftritt, beruhen alle Tests darauf – die für zu Hause ebenso wie die im Labor.

Das HCG-Molekül besteht aus zwei Teilen – der Alpha- und der Beta-Untereinheit. Labore messen genau den Beta-Anteil, weshalb der quantitative Bluttest oft Beta-HCG genannt wird. Es ist dasselbe Hormon, nur die präzisere Bezeichnung des Tests.

Dynamik des HCG: Verdopplung und Höhepunkt

In den ersten Schwangerschaftswochen steigt HCG sehr schnell. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft in der Gebärmutter verdoppelt sich der Wert etwa alle 48–72 Stunden (zwei bis drei Tage). Das ist die bekannte „Verdopplungszeit“. Gegen Ende der 6.–7. Woche, wenn die Werte bereits hoch sind, verlangsamt sich die Verdopplung natürlicherweise auf 3–4 Tage – und das ist normal.

Den Höhepunkt erreicht HCG etwa in der 8.–11. Woche der Schwangerschaft. Danach sinkt der Wert langsam und erreicht zur Schwangerschaftsmitte ein Plateau, auf dem er bis zur Geburt relativ stabil bleibt. Ein „Abfall“ des HCG im zweiten Trimester ist deshalb kein Grund zur Sorge, sondern ganz normal.

Warum die Dynamik wichtiger ist als ein einzelner Wert

Die Spanne der normalen Werte ist in jeder Woche riesig (Sie sehen das in der Tabelle weiter unten), deshalb sagt eine einzelne Zahl wenig aus. Viel aussagekräftiger sind zwei Messungen im Abstand von 48 Stunden, im selben Labor durchgeführt. Ist HCG in dieser Zeit deutlich gestiegen, ist das ein gutes Zeichen. Fällt der Anstieg sehr schwach aus (zum Beispiel weniger als ein Drittel in 48 Stunden) oder sinkt der Wert, klärt die Ärztin die Ursachen zusammen mit dem Ultraschall. Ein einzelnes Ergebnis ist eine Momentaufnahme, die Dynamik dagegen ein ganzer Film.

HCG-Tabelle nach Schwangerschaftswoche

Unten finden Sie eine orientierende Tabelle der HCG-Normwerte nach Schwangerschaftswochen (SSW). Wichtig: Die SSW wird ab dem ersten Tag der letzten Periode gezählt, nicht ab der Empfängnis (die eigentliche Befruchtung erfolgt etwa 2 Wochen später). Wenn Sie sich bei der Woche unsicher sind, richten Sie sich nach der ärztlichen Berechnung oder nach dem ersten Ultraschall. Wie Wochen und Trimester überhaupt funktionieren, haben wir ausführlich im Beitrag wie lange eine Schwangerschaft dauert: Wochen, Trimester und ET erklärt.

Die Werte sind in mIU/ml angegeben (dasselbe wie mE/ml oder international mIU/mL). Beachten Sie, wie weit die Grenzen der „Norm“ gefasst sind – das ist kein Fehler, sondern eine Eigenheit dieses Markers.

SSW (Schwangerschaftswoche)HCG-Wert, mIU/ml
Nicht schwangere Frauen0–5
3 Wochen5–50
4 Wochen5–426
5 Wochen18–7 340
6 Wochen1 080–56 500
7–8 Wochen7 650–229 000
9–12 Wochen25 700–288 000
13–16 Wochen13 300–254 000
17–24 Wochen4 060–165 400
25–40 Wochen3 640–117 000

Wie Sie sehen, kann in derselben Woche sowohl 8 000 als auch 200 000 normal sein. Fällt Ihre Zahl also in den breiten Korridor, ist alles in Ordnung; tut sie es nicht, ist das noch keine Diagnose, sondern lediglich ein Anlass, die Dynamik anzusehen und einen Ultraschall zu machen. Und noch einmal betont: Diese Tabelle ist ein Durchschnitt. Ihr Labor kann eigene Referenzwerte haben, und genau daran sollten Sie sich orientieren.

HCG und Schwangerschaftstest: Blut oder Urin

Der Teststreifen für zu Hause reagiert auf HCG im Urin, antwortet aber nur qualitativ – „ja“ oder „nein“ – und erfasst das Hormon meist etwas später. Der Bluttest auf Beta-HCG ist quantitativ: Er zeigt eine genaue Zahl und „sieht“ die Schwangerschaft früher, manchmal schon vor dem Ausbleiben der Periode. Ausführlich, welche Tests es gibt und worin der Unterschied liegt, haben wir im Beitrag über erste Schwangerschaftsanzeichen vor der Periode beschrieben.

Wann testen? Blut auf HCG abzunehmen ist frühestens 10–14 Tage nach der vermuteten Empfängnis sinnvoll, sonst kann der Wert noch zu niedrig sein. Ein zu früher Test ist eine häufige Ursache für unnötige Enttäuschung. Zu den genauesten Testzeitpunkten gibt es einen eigenen Artikel dazu, wann man einen Schwangerschaftstest für ein sicheres Ergebnis machen sollte.

Wann die Schwangerschaft im Ultraschall zu sehen ist

HCG und Ultraschall ergänzen einander. Die Fruchthöhle in der Gebärmutter wird im vaginalen Ultraschall meist sichtbar, wenn der HCG-Wert etwa 1 000–2 000 mIU/ml erreicht (das nennt man „Diskriminationszone“). Ist HCG bereits hoch, in der Gebärmutter aber nichts zu sehen, wird die Ärztin eine Eileiterschwangerschaft ausschließen. Wann und was genau die Untersuchung zeigt, lesen Sie im Beitrag über den ersten Ultraschall in der Schwangerschaft.

Was Abweichungen des HCG bedeuten

Eine Abweichung von der Tabelle macht Angst, diagnostiziert aber für sich genommen nichts. Sehen wir uns in Ruhe an, was niedrige und hohe Werte bedeuten können.

Niedriges HCG oder langsamer Anstieg

Mögliche Ursachen (von den häufigsten und harmlosen bis zu denen, die Aufmerksamkeit erfordern):

  • Falsch berechnete Schwangerschaftswoche. Die häufigste „Ursache“ für ein niedriges HCG ist ein späterer Eisprung als angenommen – Sie sind einfach in einer früheren Woche, als der Kalender vermuten lässt.
  • Eileiterschwangerschaft. Bei ihr steigt HCG oft langsam und verdoppelt sich nicht wie erwartet. Kommen Schmerzen und blutige Absonderungen hinzu, ist das ein Grund, sofort zur Ärztin zu gehen. Die Anzeichen sind im Beitrag über die Symptome einer Eileiterschwangerschaft aufgeführt.
  • Verhaltene Fehlgeburt (nicht mehr fortschreitende Schwangerschaft) oder drohende Fehlgeburt. Ein sinkendes HCG im ersten Trimester kann darauf hinweisen, dass sich die Schwangerschaft nicht mehr entwickelt; bestätigt wird das aber nur per Ultraschall und Dynamik.

Hohes HCG

Ein höherer Wert als erwartet hängt meist mit erfreulichen oder neutralen Ursachen zusammen:

  • Mehrlingsschwangerschaft. Zwillinge oder Drillinge produzieren mehr Hormon, sodass HCG entsprechend höher liegt.
  • Ein früherer Empfängniszeitpunkt als angenommen – Sie sind also tatsächlich „weiter“ in der Schwangerschaft, als Sie dachten.
  • Blasenmole – ein seltener Zustand, bei dem das Trophoblastgewebe fehlerhaft wuchert; HCG ist dabei mitunter sehr hoch. Sie kommt selten vor und wird im Ultraschall erkannt.

Gesondert sei das freie Beta-HCG im Rahmen des Ersttrimester-Screenings erwähnt: Dort wird der Wert nicht in absoluten Einheiten, sondern in MoM angegeben, und ein hohes oder niedriges freies Beta-HCG in MoM ist lediglich eine Risikoeinschätzung, keine Diagnose. Die Auswertung des Screenings nimmt die Ärztin zusammen mit Ultraschall und weiteren Markern vor.

So nehmen Sie den Wert richtig ab und lesen ihn richtig

A calm pregnant woman reading a printed blood test result at a bright kitchen table

Einige praktische Regeln, die Ihnen zu einer verlässlichen HCG-Auswertung verhelfen:

  • Abgenommen wird venöses Blut; strikt nüchtern muss es nicht sein, aber morgens und ohne üppiges Essen ist das Ergebnis stabiler.
  • Achten Sie auf die Referenzwerte Ihres eigenen Labors, die neben Ihrer Zahl auf dem Bogen stehen – Tabellen aus dem Internet sind nur ein Anhaltspunkt.
  • Ergebnisse verschiedener Labore lassen sich nicht vergleichen. Sie nutzen unterschiedliche Testsysteme, und dieselbe Zahl kann Verschiedenes bedeuten. Wollen Sie die Dynamik beurteilen, lassen Sie beide Messungen im selben Labor durchführen.
  • Die Einheiten mE/ml, mIU/ml und mIU/mL bezeichnen dasselbe, umrechnen müssen Sie nichts.

Und denken Sie daran: „HCG-Tabelle“ und Online-Rechner sind praktisch für einen groben Überblick, die endgültige Auswertung nimmt aber immer Ihre Ärztin vor – mit Blick auf Woche, Dynamik und Ultraschall zusammen.

Wann Sie sofort zur Ärztin sollten

Der HCG-Wert allein ist kein Grund zur Panik. Doch Sie sollten sich ohne Zögern Hilfe holen, wenn bei langsam steigendem oder sinkendem HCG folgende Beschwerden auftreten:

  • starke Schmerzen im Unterbauch, besonders auf einer Seite;
  • Blutungen oder starker blutiger Ausfluss;
  • plötzliche Schwäche, Schwindel oder Ohnmacht;
  • Schmerzen in der Schulter oder unter dem Schulterblatt zusammen mit Bauchschmerzen.

Diese Kombination kann auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen und erfordert eine sofortige ärztliche Abklärung. In allen anderen Fällen besprechen Sie Ihre Zahlen in Ruhe mit Ihrer Frauenärztin – meist klärt sich alles mit einer erneuten Messung und einem Ultraschall.

Wichtige Erkenntnisse

  • HCG ist das Schwangerschaftshormon, das der Trophoblast (die spätere Plazenta) bildet; im Bluttest wird sein Beta-Anteil gemessen – das Beta-HCG.
  • In der Frühschwangerschaft verdoppelt sich HCG etwa alle 48–72 Stunden, erreicht in der 8.–11. Woche seinen Höhepunkt und sinkt danach langsam.
  • Die HCG-Normwerte nach Woche sind sehr weit gefasst und vom Labor abhängig – die Tabelle ist nur ein Anhaltspunkt.
  • Ein einzelner Wert ist wenig aussagekräftig: Wichtiger ist die Dynamik (zwei Messungen in 48 Stunden im selben Labor) plus Ultraschall.
  • Ein niedriges oder langsam steigendes HCG kann eine falsch berechnete Woche, eine Eileiter- oder verhaltene Schwangerschaft bedeuten; ein hohes eine Mehrlingsschwangerschaft, eine frühere Woche oder die seltene Blasenmole. All das klärt die Ärztin.
  • Sofort zur Ärztin – bei Schmerzen, Blutung und Schwäche zusammen mit auffälliger HCG-Dynamik.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Besprechen Sie Ihre HCG-Werte und alle beunruhigenden Symptome unbedingt mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt, die Sie betreuen.

Mit KI erstellt und vom Mama Ai Team überprüft. Bildungsinformation — kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung.

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