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Übungswehen: Wie fühlen sie sich an und ab wann?

Was Übungswehen (Braxton-Hicks) sind, ab welcher Woche sie beginnen, wie sie sich anfühlen und wie du sie von echten Geburtswehen unterscheidest – und wann du zum Arzt solltest.

Das Mama Ai Team

Aktualisiert 25. Juni 2026 9 Min. Lesezeit
Übungswehen: Wie fühlen sie sich an und ab wann?

Irgendwann in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft bemerkst du vielleicht, wie dein Bauch plötzlich hart wird: Die Gebärmutter spannt sich an, zieht sich wie zu einem Knäuel zusammen, hält ein paar Sekunden oder Minuten – und entspannt sich dann wieder. Das verunsichert: „Fangen die Wehen etwa zu früh an?" Meistens handelt es sich um Übungswehen (nach dem Arzt, der sie beschrieben hat, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt), und sie sind völlig normal. In diesem Artikel klären wir, ab welcher Woche sie beginnen, wie sie sich anfühlen, wie du sie von echten Geburtswehen unterscheidest, was sie auslöst und wie du sie linderst – und welche Anzeichen bedeuten, dass es Zeit ist, deinen Arzt anzurufen.

Pregnant woman sitting on a couch with both hands resting on her belly as it tightens during a Braxton Hicks contraction

Was sind Übungswehen?

Übungswehen sind unregelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter, die nicht zu einer Öffnung des Muttermunds und nicht zum Geburtsbeginn führen. Im Grunde „probt" die Gebärmutter: Ihr Muskel spannt sich immer wieder an und entspannt sich erneut, um sich auf die spätere Arbeit vorzubereiten. Während einer solchen Kontraktion fühlt sich der Bauch fest und prall an, danach wieder weich.

Das Wichtigste zum Verständnis: Übungswehen öffnen den Muttermund nicht und bedeuten nicht, dass die Geburt begonnen hat. Sie gehören zum normalen Verlauf einer Schwangerschaft und sind kein Warnzeichen. Die meisten werdenden Mütter spüren sie, wenngleich sehr unterschiedlich ausgeprägt: Manche bemerken sie kaum, andere nehmen sie deutlich und über längere Zeit wahr.

Manchmal werden solche Kontraktionen mit den sogenannten Vorwehen (Senkwehen) in den allerletzten Tagen vor der Geburt verwechselt. Das Prinzip ist dasselbe – es ist Vorbereitung, nicht die Geburt selbst –, doch je näher der errechnete Termin rückt, desto deutlicher werden sie spürbar.

Ab welcher Woche beginnen Übungswehen?

Technisch gesehen zieht sich die Gebärmutter schon in den frühesten Schwangerschaftswochen zusammen, doch spüren die meisten Frauen diese Kontraktionen erst etwa ab der Mitte der Schwangerschaft – rund um die 20. Woche und später. Bei vielen werden sie im dritten Trimester deutlich spürbar, etwa ab der 28. bis 30. Woche und darüber hinaus.

Ein festes Datum gibt es nicht, und das ist normal: Bei manchen treten Übungswehen früher auf, bei anderen später oder fast unmerklich. In der zweiten und in weiteren Schwangerschaften bemerkt man sie meist früher und häufiger, weil du das Gefühl bereits kennst. Mit Annäherung an den Geburtstermin werden die Kontraktionen in der Regel häufiger – das ist Teil der natürlichen Vorbereitung des Körpers. Wenn dich interessiert, wie Wochen und Trimester gezählt werden und wo die Grenze zur reifen Schwangerschaft liegt, erfährst du das in unserem Beitrag „Wie lange dauert eine Schwangerschaft: Wochen, Trimester, ET".

Wie fühlen sich Übungswehen an?

Am häufigsten werden sie als schmerzloses Hartwerden des Bauches beschrieben: Die Gebärmutter zieht sich wie zu einer festen Kugel zusammen und lässt dann wieder los. Typischerweise fühlen sich Übungswehen so an:

  • Der ganze Bauch wird hart – auf dem Höhepunkt der Kontraktion fühlt er sich fest an, fast „steinhart", zwischen den Kontraktionen ist er wieder ganz weich.
  • Meist schmerzlos oder mit einem leichten ziehenden, drückenden Gefühl – eher unangenehm als wirklich schmerzhaft.
  • Vorne spürbar, im Bauchbereich, sie strahlen üblicherweise nicht in den unteren Rücken oder das Kreuz aus.
  • Kurz und unregelmäßig – sie dauern von wenigen Sekunden bis zu 1–2 Minuten und kommen ohne festen Rhythmus.
  • Sie nehmen nicht zu – mit der Zeit werden sie weder stärker noch häufiger noch länger.
  • Sie vergehen von selbst – wenn du die Position wechselst, dich ausruhst, etwas trinkst oder umhergehst, lassen sie oft nach.

Viele werdende Mütter fragen sich: Können Übungswehen den ganzen Tag anhalten? Ja, im Laufe des Tages können sie mehrmals auftreten und zwischendurch unangenehm sein, besonders gegen Abend oder nach Anstrengung. Einzelne, verstreute Kontraktionen, die kommen und gehen und sich nicht zu einem zunehmenden Rhythmus fügen, sind für sich genommen meist kein Grund zur Sorge. Wenn der Bauch jedoch regelmäßig, immer häufiger und schmerzhafter hart wird, ist das ein anderes Signal – dazu weiter unten mehr.

Übungswehen oder echte Wehen: Wie unterscheiden?

Das ist wohl die wichtigste Frage: Wie unterscheidet man Übungswehen von echten Geburtswehen? Der Schlüssel liegt im Rhythmus, in der Zunahme und in der Reaktion auf Ruhe. Übungswehen sind unregelmäßig, werden nicht stärker und lassen nach, wenn du dich entspannst. Echte Geburtswehen dagegen nehmen kontinuierlich zu und hängen nicht davon ab, ob du dich hinlegst oder aufstehst.

Pregnant woman timing her contractions on a smartphone while resting on a sofa, one hand on her belly

Übungswehen

  • Unregelmäßig: Die Abstände dazwischen springen und fügen sich zu keinem Rhythmus.
  • Sie nehmen nicht zu: Stärke, Dauer und Häufigkeit wachsen mit der Zeit nicht.
  • Meist schmerzlos oder nur leicht unangenehm, vorne spürbar.
  • Sie lassen nach bei Positionswechsel, Ruhe, warmer Dusche oder einem Glas Wasser.
  • Ohne weitere Geburtsanzeichen: keine regelmäßigen Rückenschmerzen, kein Blasensprung.

Echte Geburtswehen

  • Regelmäßig und rhythmisch: Sie kommen in etwa gleichen Abständen, die sich allmählich verkürzen.
  • Sie nehmen zu: Sie werden mit der Zeit stärker, länger und häufiger.
  • Schmerzhaft: Der Schmerz beginnt oft im Kreuz und zieht nach vorne in den Bauch (er umgürtet).
  • Sie vergehen nicht durch Ruhe, Positionswechsel oder Dusche – sie halten trotz allem an.
  • Sie gehen mit Geburtsanzeichen einher: Der Schleimpfropf kann abgehen, Fruchtwasser kann tröpfeln oder abgehen.

Praktischer Anhaltspunkt: Versuche, die Zeit zu stoppen. Notiere, wann eine Kontraktion beginnt und endet, und die Abstände dazwischen. Sind sie unregelmäßig und lassen nach dem Ausruhen nach, deutet das auf Übungswehen hin. Fügen sie sich zu einem Rhythmus, werden stärker und lassen nicht los, beginnen womöglich die Wehen. Eine ausführliche Erklärung der echten Geburtswehen und wie du die Abstände zählst, findest du im Beitrag „Anzeichen für die Geburt: Übungswehen oder echte Wehen?". Und was der Schleimpfropf ist und wann er abgeht, liest du im Artikel „Schleimpfropf abgegangen: Wie sieht er aus und wann kommt die Geburt?".

Was löst Übungswehen aus und wie linderst du sie?

Übungswehen werden häufig durch ganz nachvollziehbare Ursachen ausgelöst. Wenn du sie erkennst, lassen sie sich meist leicht beruhigen.

Was sie am häufigsten auslöst:

  • Dehydrierung – zu wenig Flüssigkeit über den Tag.
  • Eine volle Blase.
  • Körperliche Anstrengung, langes Gehen, Treppensteigen.
  • Aktive Bewegungen des Babys oder Berührungen am Bauch.
  • Müdigkeit, Stress, Überhitzung.
  • Geschlechtsverkehr.

Was üblicherweise hilft, sie zu lindern:

  • Trink etwas Wasser. Dehydrierung ist ein häufiger Auslöser, und ein Glas Wasser beruhigt die Gebärmutter oft.
  • Wechsle die Position. Hast du gelegen – steh auf und geh ein paar Schritte; warst du in Bewegung – setz dich hin und ruh dich aus.
  • Geh zur Toilette, um die Blase zu entleeren.
  • Entspann dich und atme. Eine warme (nicht heiße) Dusche und ruhiges, tiefes Atmen helfen den Muskeln, sich zu entspannen.
  • Ruh dich aus und leg dich auf die Seite. Die linke Seite ist eine bequeme Position, die die Durchblutung verbessert.

Wenn die Kontraktionen mit der Aktivität des Babys zusammenhängen, ist es hilfreich, die Anhaltspunkte zu seinen Bewegungen zu kennen – darüber schreiben wir im Beitrag „Kindsbewegungen: Ab wann und was normal ist".

Wann Übungswehen ein Grund sind, zum Arzt zu gehen

Für sich genommen sind Übungswehen ungefährlich. Doch manchmal signalisieren Kontraktionen der Gebärmutter den Geburtsbeginn oder ein Problem, und dann ist es wichtig, nicht zu zögern. Wende dich an deinen Arzt oder fahr in die Klinik, wenn etwas davon auftritt:

  • Die Wehen sind regelmäßig geworden und kommen in gleichen Abständen, die sich verkürzen (zum Beispiel alle 5 Minuten über eine Stunde hinweg).
  • Die Kontraktionen werden stärker, länger und vergehen nicht nach Ruhe, Wassertrinken und Positionswechsel.
  • Fruchtwasser ist abgegangen oder tröpfelt – die Flüssigkeit ist klar, trüb, grünlich oder riecht.
  • Blutiger Ausfluss oder Blutung aus der Scheide.
  • Starke oder anhaltende Schmerzen im Bauch oder im Kreuz, die nicht nachlassen.
  • Regelmäßige Kontraktionen vor der 37. Woche – das kann ein Anzeichen für eine Frühgeburt sein.
  • Das Baby bewegt sich deutlich weniger oder du spürst die gewohnten Bewegungen nicht.
  • Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwellungen an Gesicht und Händen, Schmerzen unter den Rippen rechts – das kann auf erhöhten Blutdruck hindeuten und erfordert eine dringende Abklärung.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig: Solche Symptome können Anzeichen einer Präeklampsie sein – einer ernsten Komplikation, über die man vorab Bescheid wissen sollte. Mehr dazu im Artikel „Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung): Symptome". Wenn du unsicher bist, ob es Übungswehen oder echte Wehen sind, ist es immer besser, auf Nummer sicher zu gehen und deinen Arzt anzurufen – er sagt dir, ob du kommen sollst.

Das Wichtigste

  • Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) sind unregelmäßige, schmerzlose Kontraktionen der Gebärmutter; sie öffnen den Muttermund nicht und bedeuten nicht den Geburtsbeginn.
  • Meist beginnt man sie ab der Mitte der Schwangerschaft, etwa ab der 20. Woche und im dritten Trimester, zu spüren; bei Mehrgebärenden früher.
  • Sie fühlen sich an wie ein Anspannen und Hartwerden des Bauches, das kommt und geht; sie sind kurz, unregelmäßig und lassen nach Ruhe nach.
  • Unterschied zu echten Wehen: Geburtswehen sind regelmäßig, nehmen an Stärke und Häufigkeit zu, sind schmerzhaft und vergehen nicht durch Ruhe.
  • Zur Linderung helfen Wasser, Ruhe, Positionswechsel, eine warme Dusche und ruhiges Atmen.
  • Ruf deinen Arzt an bei regelmäßigen, zunehmenden Wehen, Blasensprung, Blutung, Kontraktionen vor der 37. Woche oder nachlassenden Bewegungen des Babys.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Wenn du Fragen zu deinem Befinden oder deinen Symptomen hast, wende dich an deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder eine andere medizinische Fachperson.

Mit KI erstellt und vom Mama Ai Team überprüft. Bildungsinformation — kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung.

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