Erkältung in der Schwangerschaft: was hilft
Erkältung oder Grippe in der Schwangerschaft: Was du sicher gegen Schnupfen, Husten und Fieber tun kannst, ob Paracetamol erlaubt ist und wann du zum Arzt solltest.
Das Mama Ai Team
Eine Erkältung in der Schwangerschaft verunsichert fast jede werdende Mutter. Schnupfen, ein Kratzen im Hals und Husten wirken für sich genommen harmlos, doch sofort kommt der besorgte Gedanke: Schadet das meinem Baby, und was darf ich überhaupt einnehmen? Die gute Nachricht: Die meisten Erkältungen und grippalen Infekte heilen innerhalb von ein bis anderthalb Wochen von selbst aus, und die Beschwerden lassen sich auf sicherem Weg lindern. In diesem Artikel klären wir in Ruhe, worin sich eine Erkältung von einer Grippe unterscheidet, was bei einer Erkältung in der Schwangerschaft hilft, welche Mittel als sicher gelten, wann Fieber gefährlich wird und bei welchen Anzeichen du sofort den Arzt anrufen solltest.
Erkältung, grippaler Infekt oder Grippe – wo liegt der Unterschied?
Alle drei Begriffe werden oft synonym verwendet, dabei sind sie nicht dasselbe. Den Unterschied zu kennen hilft dir einzuschätzen, wie ernst die Lage ist.
- Ein grippaler Infekt (akute virale Atemwegsinfektion) ist der Überbegriff für eine ganze Gruppe von Erkältungsviren. Die klassische „Erkältung“ ist davon die häufigste und harmloseste Variante.
- Eine Erkältung entwickelt sich allmählich: Zuerst kratzt es im Hals, dann kommen Schnupfen, eine verstopfte Nase, Niesen und leichter Husten dazu. Das Fieber ist meist niedrig oder bleibt ganz aus, und insgesamt geht es dir noch erträglich.
- Die Grippe (Influenza) beginnt plötzlich und trifft härter: hohes Fieber (38 °C und mehr), Gliederschmerzen, starke Schwäche, Kopfschmerzen, manchmal trockener Husten. Gerade die Grippe in der Schwangerschaft erfordert besondere Aufmerksamkeit, weil sie schwerer verläuft und häufiger Komplikationen verursacht.
Kurz gesagt: Wenn du dich „angeschlagen“ fühlst, aber im Großen und Ganzen auf den Beinen bist, handelt es sich wahrscheinlich um eine Erkältung. Wenn es dich plötzlich mit hohem Fieber und Gliederschmerzen „umhaut“, kann es eine Grippe sein – und die solltest du deinem Arzt so früh wie möglich melden.
Warum man in der Schwangerschaft häufiger erkältet ist
Viele werdende Mütter merken, dass sie sich während der Schwangerschaft leichter erkälten als sonst – und das ist kein Zufall. In der Schwangerschaft stellt sich das Immunsystem auf natürliche Weise etwas um, damit der Körper das Baby nicht abstößt. Dadurch kannst du etwas anfälliger für Viren sein, und eine Erkältung zieht sich manchmal länger hin.
Dazu kommen geschwollene Schleimhäute: Hormone steigern die Durchblutung der Nasenschleimhaut, und viele Frauen leiden schon ganz ohne Infekt unter einer verstopften Nase – dieser Zustand heißt Schwangerschaftsrhinitis. Bei einem grippalen Infekt in der Schwangerschaft fühlt sich die verstopfte Nase dann noch stärker an. All das ist ein normaler Teil der Schwangerschaft und kein Grund, dir Vorwürfe zu machen, dass du „nicht aufgepasst“ hast.
Welche Symptome du zu Hause behandeln kannst
Die meisten Erkältungsbeschwerden lassen sich zu Hause sicher lindern, während du dein Befinden im Blick behältst. Dazu zählen in der Regel:
- Schnupfen und eine verstopfte Nase;
- Niesen und ein Kratzen im Hals;
- leichter Husten;
- leichtes Fieber und allgemeine Schwäche;
- leichte Kopfschmerzen (mehr zu Ursachen und Linderung findest du in unserem Beitrag über Kopfschmerzen in der Schwangerschaft).
Die wichtigsten „Medikamente“ sind in diesem Fall Ruhe, warme Getränke und Zeit. Es gibt aber Symptome, bei denen du nicht abwarten und nicht zu Hause behandeln solltest.
Warnsignale – wann du sofort den Arzt anrufen solltest
Wende dich an deinen Arzt oder an den ärztlichen Notdienst, wenn eines der folgenden Anzeichen auftritt:
- Fieber von 38 °C und mehr oder Fieber, das nicht zurückgeht;
- Atemnot, Kurzatmigkeit, Schmerzen oder Druck in der Brust;
- starker Husten, Husten mit ungewöhnlich gefärbtem Auswurf oder mit Blut;
- die Beschwerden halten länger als 10 Tage an, oder es ging dir erst besser und dann plötzlich deutlich schlechter;
- starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Ohnmacht;
- Anzeichen einer Austrocknung (Dehydrierung): Du trinkst kaum, scheidest wenig Urin aus, dir ist stark schwindelig;
- Erbrechen, das dich am Trinken und Essen hindert;
- jede Veränderung, die dein Baby betrifft: schwächere oder fehlende Kindsbewegungen, ziehende Schmerzen im Unterbauch, Fruchtwasserabgang oder blutiger Ausfluss.
Diese Anzeichen bedeuten nicht zwangsläufig etwas Gefährliches, aber gerade dein Arzt sollte sie beurteilen. Lieber einmal zu viel anrufen, als allein in Sorge zu bleiben.
Erkältung in der Schwangerschaft behandeln: was erlaubt ist und was du meiden solltest
Die wichtigste Regel: Jedes Medikament solltest du in der Schwangerschaft mit deinem Arzt oder Apotheker besprechen, selbst wenn du es früher bedenkenlos rezeptfrei gekauft hast. Besondere Vorsicht gilt bei Kombipräparaten „gegen Erkältung und Grippe“ als Pulver zum Auflösen oder als „3-in-1“-Tabletten: Darin stecken oft mehrere Wirkstoffe gleichzeitig, auch solche, die in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden, sowie Koffein. Sicherer ist es, jedes Symptom einzeln zu behandeln.
Fieber und Schmerzen: Paracetamol – und warum Ibuprofen und Aspirin gemieden werden
Paracetamol (auch Acetaminophen genannt) gilt in der Schwangerschaft meist als Mittel der ersten Wahl, um Fieber zu senken und Schmerzen zu lindern – man nimmt es in der niedrigsten wirksamen Dosis und so kurz wie möglich, in Absprache mit dem Arzt. Auf die Frage „Darf ich in der Schwangerschaft Paracetamol nehmen?“ antworten die meisten seriösen Quellen, dass es für die meisten Frauen geeignet ist, Dosierung und Dauer aber trotzdem mit einer Fachperson geklärt werden sollten.
Ibuprofen und andere NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) sowie Aspirin in schmerzstillender Dosis werden in der Schwangerschaft dagegen meist gemieden, besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte – sie kommen nur zum Einsatz, wenn der Arzt sie verordnet. Aus demselben Grund solltest du auch nicht zu gewohnten Kombi-Schmerzmitteln greifen, die Aspirin und Koffein enthalten. Wenn du dir unsicher bist, welche Schmerzmittel in der Schwangerschaft für dich geeignet sind, frag deinen Arzt, statt „wie immer“ zu wählen.
Husten und Halsschmerzen
Ein Kratzen und Schmerzen im Hals lassen sich gut mit einfachen Hausmitteln lindern: warme Getränke, Gurgeln mit warmem Salzwasser, das Lutschen von Pastillen. Ein warmes Getränk mit einem Löffel Honig beruhigt sanft sowohl den Hals als auch trockenen Husten. Viele Hals- und Hustenpastillen sowie Hustensäfte sind auch für Schwangere erlaubt, die Zusammensetzung klärst du aber besser mit dem Apotheker ab – manche enthalten Alkohol, hohe Dosen an Kräutern oder andere unerwünschte Bestandteile.
Schnupfen und verstopfte Nase
Der sicherste Weg gegen Schnupfen in der Schwangerschaft sind Salzlösungen: Sprays und Tropfen mit Meerwasser oder Kochsalzlösung sowie Nasenspülungen. Sie gelangen nicht ins Blut und reinigen die Nase sanft. Abschwellende Nasentropfen und Tabletten (Dekongestiva, zum Beispiel mit Pseudoephedrin) werden nur mit Vorsicht und erst nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet. Gut helfen auch einfache Maßnahmen: feuchte Raumluft, eine warme Dusche und ein erhöhtes Kopfteil beim Schlafen.
Hausmittel: Ruhe, Trinken und Honig
Wenn dir nicht nach Medikamenten ist, kommt das am meisten unterschätzte Rezept zum Einsatz – Ruhe. Erlaube dir, langsamer zu machen und mehr zu schlafen; wenn du wegen der verstopften Nase oder des Hustens schlecht zur Ruhe kommst, wirf einen Blick in unseren Ratgeber dazu, wie man in der Schwangerschaft schläft und welche Positionen bequemer sind. Trink ausreichend – warmes Wasser, Fruchtsaftschorlen, Brühe und Kräutertees helfen, den Schleim zu verflüssigen und einer Austrocknung vorzubeugen, besonders bei Fieber.
Auch die Ernährung unterstützt den Körper: warme Suppen, Gemüse und Obst mit Vitamin C sind eine sanfte Fürsorge fürs Immunsystem (was du essen solltest und was nicht, haben wir im Artikel über Ernährung in der Schwangerschaft zusammengetragen). Bei „heißen“ Getränken aus der Apotheke und bei Kaffee solltest du dagegen vorsichtig sein: In vielen „Erkältungsmitteln“ steckt Koffein, und es ist leicht, davon zu viel zu erwischen – wie viel pro Tag in Ordnung ist, haben wir im Beitrag über Kaffee und Koffein in der Schwangerschaft erklärt.

Wann Fieber wirklich gefährlich ist
Leichtes Fieber (bis 37,5–38 °C) ist bei einer Erkältung in der Regel ungefährlich und geht oft von selbst zurück. Höheres Fieber in der Schwangerschaft ist dagegen ein Grund zu handeln, statt abzuwarten. Hohes Fieber ist besonders im ersten Trimester unerwünscht, deshalb ist es wichtig, es sanft zu senken (in der Regel mit Paracetamol) und den Arzt zu informieren.
Wende dich an eine Fachperson, wenn das Fieber auf 38 °C und mehr steigt, länger als einen Tag anhält oder nach einem Fiebermittel nicht zurückgeht. Während du auf ärztlichen Rat wartest, kannst du dir mit einfachen Mitteln helfen: leichte Kleidung, kühle Raumluft, viel trinken. Verzichte auf schroffe Abreibungen mit kaltem Wasser oder Alkohol – sie können Zittern auslösen und das Fieber im Gegenteil noch steigern.
Kann eine Erkältung dem Baby schaden?
Das ist wohl die größte Angst werdender Mütter – und hier darfst du aufatmen. Eine gewöhnliche Erkältung schadet dem Baby in der Regel nicht: Das Virus bleibt in deinen Atemwegen und wird nicht auf das Kind übertragen. Plazenta und Fruchtwasser schützen dein Baby, deshalb sind Schnupfen und leichter Husten für es ungefährlich.
Bei der Grippe sieht die Lage ernster aus: Bei Schwangeren verläuft sie häufiger schwer und erhöht das Risiko für Komplikationen – sowohl für die Mutter als auch für die Schwangerschaft, vor allem bei hohem Fieber. Deshalb ist es bei Verdacht auf eine Grippe wichtig, nicht selbst herumzudoktern, sondern schnell den Arzt zu kontaktieren. In manchen Fällen kann der Arzt antivirale Medikamente verordnen (zum Beispiel Oseltamivir, bekannt als Tamiflu) – ihre Wirkung ist größer, wenn man in den ersten Krankheitstagen damit beginnt. Die Entscheidung über eine solche Behandlung trifft allein die Fachperson.
Vorbeugung: Grippeimpfung und Hygiene
Sich vor allen Viren zu schützen ist unmöglich, das Risiko lässt sich aber senken. Das wichtigste Mittel zum Schutz vor der Grippe in der Schwangerschaft ist die Grippeimpfung. Führende medizinische Organisationen, darunter ACOG und CDC, empfehlen Schwangeren die Impfung in jedem Trimester: Sie gilt als sicher und gibt dem Baby außerdem einen Teil des Schutzes für die ersten Lebensmonate mit. Über Zeitpunkt und Möglichkeit der Impfung sprichst du am besten mit deinem Arzt.
Auch einfache Alltagsgewohnheiten helfen:
- wasch dir häufig und gründlich die Hände, vor allem nach dem Aufenthalt an öffentlichen Orten;
- versuche, dir nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen;
- halte dich in der Erkältungssaison von offensichtlich kranken Menschen und Menschenmengen fern;
- schlaf dich aus, ernähre dich vollwertig und trink genug Wasser – ein ausgeruhter Körper kommt leichter mit Viren zurecht;
- lüfte die Räume regelmäßig und halte eine angenehme Luftfeuchtigkeit aufrecht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Erkältungen und grippalen Infekte in der Schwangerschaft heilen von selbst aus; eine gewöhnliche Erkältung schadet dem Baby in der Regel nicht.
- Paracetamol gilt bei Fieber und Schmerzen meist als Mittel der ersten Wahl, während Ibuprofen, andere NSAR und Aspirin gemieden werden – jedes Medikament mit dem Arzt abstimmen.
- Schnupfen behandelst du am besten mit Salzlösungen, Hals und Husten mit warmen Getränken, Honig und Gurgeln.
- Ruhe, Schlaf, viel Trinken und warme Mahlzeiten sind die Basis der Genesung; meide Kombipräparate mit Koffein.
- Ruf sofort den Arzt an bei Fieber von 38 °C und mehr, Atemnot, Brustschmerzen, Austrocknung sowie bei einer Verschlechterung oder Veränderung der Kindsbewegungen.
- Die Grippe ist gefährlicher als eine Erkältung: Der beste Schutz ist die Grippeimpfung, die in jedem Trimester erlaubt ist.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Wende dich bei allen Symptomen, Medikamenten und Impfungen während der Schwangerschaft an deinen behandelnden Arzt.
Mit KI erstellt und vom Mama Ai Team überprüft. Bildungsinformation — kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung.
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