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Verstopfung in der Schwangerschaft: Ursachen & Tipps

Verstopfung in der Schwangerschaft ist häufig und meist harmlos. Hier erfährst du die Ursachen, sichere Hausmittel zur Linderung und wann du zum Arzt solltest.

Das Mama Ai Team

Aktualisiert 26. Juni 2026 8 Min. Lesezeit
Verstopfung in der Schwangerschaft: Ursachen & Tipps

Wenn der Gang zur Toilette in den letzten Wochen zur Geduldsprobe geworden ist, bist du damit nicht allein. Verstopfung in der Schwangerschaft gehört zu den häufigsten Beschwerden werdender Mütter – fast jede zweite Frau ist davon betroffen. Das ist unangenehm und manchmal sogar schmerzhaft, lässt sich aber fast immer mit sanften und sicheren Mitteln in den Griff bekommen.

Im Folgenden klären wir, warum eine Verstopfung während der Schwangerschaft entsteht, was du zur Linderung als Erstes tun kannst, welche Lebensmittel und Gewohnheiten helfen, von welchen Abführmitteln und Hausmitteln du ohne ärztlichen Rat besser die Finger lässt und bei welchen Symptomen du Hilfe suchen solltest.

Warum entsteht Verstopfung in der Schwangerschaft? Die Ursachen

Von Verstopfung (medizinisch Obstipation) spricht man bei seltenem Stuhlgang (weniger als dreimal pro Woche), hartem oder „schafskotartigem“ Stuhl, der sich nur schwer entleeren lässt – oft begleitet vom Gefühl, der Darm sei nicht ganz leer. In der Schwangerschaft kommen dafür gleich mehrere natürliche Ursachen zusammen.

  • Progesteron. Das wichtigste Schwangerschaftshormon entspannt die glatte Muskulatur – auch die der Darmwand. Die Peristaltik (die wellenförmigen Bewegungen, die den Nahrungsbrei weitertransportieren) verlangsamt sich, es kommt zu einer gewissen Darmträgheit: Der Darminhalt bleibt länger liegen und verliert Wasser – der Stuhl wird härter.
  • Die wachsende Gebärmutter. Im zweiten und dritten Trimester drückt die Gebärmutter immer stärker auf den Darm, verengt ihn und erschwert den Weitertransport des Stuhls.
  • Eisen in Nahrungsergänzungsmitteln. Eisenpräparate und viele Schwangerschaftsvitamine wirken häufig stopfend. Tritt die Verstopfung kurz nach Beginn der Einnahme auf, sprich deine Ärztin oder deinen Arzt darauf an – manchmal hilft eine andere Form oder Dosierung.
  • Weniger Bewegung. Müdigkeit, Schweregefühl und Übelkeit zu Beginn der Schwangerschaft führen oft dazu, dass man sich weniger bewegt – dabei ist gerade Bewegung gut für die Darmtätigkeit.
  • Zu wenig Flüssigkeit und Ballaststoffe. Bei Flüssigkeitsmangel entzieht der Körper dem Darminhalt Wasser, und der Stuhl wird noch fester.

Wann beginnt sie und wie häufig ist sie?

Eine Verstopfung kann schon im ersten Trimester auftreten, wenn der Progesteronspiegel steigt, und verstärkt sich oft zum dritten Trimester hin – je größer die Gebärmutter wird. Schätzungen zufolge sind etwa 11 bis 38 % der Schwangeren betroffen, es handelt sich also um eine sehr häufige und in der Regel ungefährliche Beschwerde.

Die gute Nachricht: Die Darmtätigkeit lässt sich zu einem großen Teil über den Lebensstil beeinflussen. Wie Sodbrennen gehört auch die Verstopfung zu den „Verdauungs-Begleitern“ der Schwangerschaft, die nach der Geburt meist wieder verschwinden.

Was tun? Sichere Wege, die Verstopfung zu lindern

In den meisten Fällen sollte man nicht mit Medikamenten beginnen, sondern mit einfachen, bewährten Schritten. Oft reichen sie schon aus, um den Stuhlgang wieder in Gang zu bringen.

Mehr Ballaststoffe in der Ernährung

Ballaststoffe binden Wasser und geben dem Stuhl Volumen, sodass er leichter weitertransportiert wird. Versuche, täglich etwa 25–30 g Ballaststoffe aus verschiedenen Quellen aufzunehmen:

  • Gemüse und Obst, möglichst mit Schale – Birnen, Äpfel, Kiwis, Pflaumen;
  • Backpflaumen und getrocknete Aprikosen – ein sanftes natürliches Abführmittel;
  • Vollkornprodukte – Hafer, Buchweizen, Vollkornbrot, brauner Reis;
  • Hülsenfrüchte – Linsen, Bohnen, Kichererbsen;
  • Nüsse und Samen, zum Beispiel Lein- oder Chiasamen.

Steigere die Ballaststoffmenge langsam und immer zusammen mit ausreichend Wasser: Eine plötzliche Erhöhung „ohne Flüssigkeit“ kann Blähungen verstärken. Mehr über eine ausgewogene Ernährung erfährst du in unserem Beitrag zur Ernährung in der Schwangerschaft.

Flat-lay of fiber-rich foods that help relieve constipation during pregnancy: prunes, dried apricots, pears, kiwi, oats, lentils and whole grains

Ausreichend Flüssigkeit

Wasser hilft den Ballaststoffen, ihre Wirkung zu entfalten. Versuche, etwa 8–10 Gläser Flüssigkeit pro Tag zu trinken – Wasser, leichte Schorlen oder Suppen. Vielen hilft morgens auf nüchternen Magen ein Glas warmes Wasser oder ein Backpflaumensaft: Das warme Getränk „weckt“ den Darm sanft. Zu viel Kaffee und starker Tee sind dagegen weniger geeignet – Koffein kann die Austrocknung fördern.

Jeden Tag Bewegung

Schon ein kurzer Spaziergang von 20–30 Minuten, Schwimmen oder schonende Schwangerschaftsgymnastik regt die Peristaltik an. Regelmäßige Bewegung ist eine der einfachsten und sichersten Methoden, den Stuhlgang zu regulieren. Wenn es dir gut geht, bewege dich jeden Tag ein wenig.

Toilettenroutine und Gewohnheiten

Der Darm liebt einen Rhythmus. Versuche, möglichst immer zur gleichen Zeit auf die Toilette zu gehen, am besten 20–30 Minuten nach dem Essen, wenn der natürliche Reflex am stärksten ist. Unterdrücke den Stuhldrang nicht und lass dir Zeit. Stelle die Füße auf einen niedrigen Hocker, sodass die Knie höher als die Hüften sind: Diese Haltung (wie in der Hocke) entspannt die Muskeln und erleichtert die Entleerung ohne Pressen.

Massage und Entspannung

Eine sanfte Bauchmassage gegen Verstopfung – leichtes Streichen über den Bauch im Uhrzeigersinn – kann den Weitertransport des Stuhls unterstützen. Mache sie ohne Druck und richte die Bewegung nicht auf die Gebärmutter. Auch allgemeine Entspannung hilft: Hektik und Stress „verkrampfen“ den Darm, während Ruhe die Regelmäßigkeit fördert.

Hausmittel und Abführmittel: Was ist sicher, was nicht?

Viele suchen nach Hausmitteln gegen Verstopfung, und ein Teil davon ist in der Schwangerschaft tatsächlich sicher: Backpflaumen und Backpflaumensaft, getrocknete Aprikosen, warmes Wasser auf nüchternen Magen, Kefir sowie genug Ballaststoffe und Flüssigkeit. Bei „Großmutters“ Rezepten mit zweifelhaftem Ruf ist dagegen Vorsicht geboten.

Ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt solltest du Folgendes nicht verwenden:

  • stimulierende Abführmittel (zum Beispiel auf Senna-Basis) und Rizinusöl – sie können Krämpfe und in hohen Dosen sogar Wehen auslösen;
  • salz- und osmotisch wirkende „Darmreinigungs“-Mittel, Einläufe und „Detox“-Tees ohne ärztliche Verordnung;
  • jedes Mittel gegen Verstopfung „auf Rat einer Freundin“ – was außerhalb der Schwangerschaft passt, ist jetzt nicht immer sicher.

Reichen die Änderungen im Lebensstil nicht aus, kann deine Ärztin oder dein Arzt ein sanftes, in der Schwangerschaft erlaubtes Mittel auswählen (zum Beispiel Quell- oder osmotische Präparate, die den Stuhl weicher machen). Wichtig ist nur, dass die Wahl von einer Fachperson getroffen wird – nicht von der Werbung oder einem Forum.

Verstopfung und Hämorrhoiden: Welcher Zusammenhang besteht?

Starkes Pressen und harter Stuhl erhöhen den Druck auf die Venen des Enddarms – so entstehen oder verschlimmern sich Hämorrhoiden (erweiterte Venen am After). Sie machen sich durch Juckreiz, Unbehagen und manchmal hellrotes Blut auf dem Papier bemerkbar. Deshalb ist die Behandlung der Verstopfung zugleich eine Vorbeugung gegen Hämorrhoiden: Je weicher der Stuhl, desto weniger muss gepresst werden.

Wenn du Blut bemerkst, ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten, es aber auch nicht zu ignorieren: Selbst wenn es nach Bluttropfen durch Hämorrhoiden beim Pressen aussieht, sprich deine Ärztin oder deinen Arzt darauf an, um andere Ursachen auszuschließen.

Wann zum Arzt?

Meistens ist eine Verstopfung in der Schwangerschaft harmlos. Es gibt jedoch Symptome, bei denen du nicht abwarten solltest – wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt, wenn du Folgendes bemerkst:

  • starke oder krampfartige Bauchschmerzen, die nicht nachlassen;
  • Blut im Stuhl oder eine starke Blutung aus dem Enddarm;
  • Verstopfung im Wechsel mit Durchfall;
  • mehrere Tage kein Stuhlgang trotz aller Maßnahmen oder begleitende Übelkeit und Erbrechen;
  • die Verstopfung begann nach einem neuen Eisenpräparat – besprich einen möglichen Wechsel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verstopfung in der Schwangerschaft ist sehr häufig: Schuld sind Progesteron, die wachsende Gebärmutter, Eisen in Vitaminen und weniger Bewegung.
  • Was du als Erstes tun kannst: mehr Ballaststoffe, Wasser und Bewegung sowie eine entspannte Toilettenroutine.
  • Backpflaumen, getrocknete Aprikosen und warmes Wasser auf nüchternen Magen sind sichere Hausmittel; stimulierende Abführmittel und Einläufe ohne ärztlichen Rat meidest du besser.
  • Die Vorbeugung von Verstopfung schützt zugleich vor Hämorrhoiden.
  • Blut, starke Schmerzen, der Wechsel von Verstopfung und Durchfall oder eine ausbleibende Besserung sind Gründe, zum Arzt zu gehen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Zu deiner individuellen Situation, der Einnahme von eisenhaltigen Vitaminen und allen Mitteln gegen Verstopfung wende dich an deine Frauenärztin, deinen Frauenarzt oder deine Hausärztin bzw. deinen Hausarzt.

Mit KI erstellt und vom Mama Ai Team überprüft. Bildungsinformation — kein Ersatz für professionelle medizinische Beratung.

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